{"id":649,"date":"2016-04-30T18:21:31","date_gmt":"2016-04-30T18:21:31","guid":{"rendered":"http:\/\/block1898.de\/?p=649"},"modified":"2016-05-10T18:44:42","modified_gmt":"2016-05-10T18:44:42","slug":"sv-darmstadt-98-eintracht-frankfurt-12-10","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/block1898.de\/?p=649","title":{"rendered":"SV Darmstadt 98 &#8211; eintracht frankfurt 1:2 (1:0)"},"content":{"rendered":"<p>Das Derby und das Drumherum in Worten zu beschreiben, f\u00e4llt auch noch mit ein paar Tagen Abstand unglaublich schwer. Seht es dem Autor also nach, wenn jetzt kein klassischer Spielbericht entsteht und die nachfolgenden Zeilen die ein oder andere subjektive Sichtweise beinhalten. Die Vorfreude auf das erste Derby zwischen Lilien und eintracht am B\u00f6lle nach \u00fcber 30 Jahren mit der Chance die sportliche Vorherrschaft der Adler zu brechen war eigentlich unglaublich hoch. Der dicke, fette Wehrmutstropfen war das DFB-Urteil gegen die G\u00e4stefans, welches dem Derby von vorneherein etwas Entscheidendes nahm und gleichzeitig viele neue Konfliktfelder er\u00f6ffnete. Wir verweisen an dieser Stelle gerne auf <a href=\"http:\/\/block1898.de\/?p=633\">unsere Stellungnahme<\/a> von letzter Woche und k\u00f6nnen nur hoffen, dass jeder klar denkende Mensch einsieht welchen Schaden der Verband dem Fu\u00dfball, diesem Derby und der Stadt Darmstadt damit zugef\u00fcgt hat.<\/p>\n<p>Apropos Stadt Darmstadt: Auch die Politiker, in vorderster Front B\u00fcrgermeister Rafael Rei\u00dfer, bekleckerten sich in der Derby-Vorwoche nicht sonderlich mit Ruhm. Eher mit Brennspiritus. Denn ein, juristisch unm\u00f6glich haltbares, Innenstadtverbot f\u00fcr eintracht-Anh\u00e4nger sch\u00fcrte die vorhersehbare Konfliktsituation in der Stadt und zwischen beiden Fanszenen weiter an und kostete die Stadt Darmstadt nicht nur Unsummen an Geld, sondern auch Teile ihres gern propangierten \u201eweltoffenen\u201c Images und offenbarte schlussendlich Herrn Rei\u00dfers Kompetenzen in Sachen Rechtsstaat, B\u00fcrgerrechte und Fu\u00dfballfankultur. Die Folgen dieser Farce durften die B\u00fcrger und vor allem auch die Fans ausbaden, w\u00e4hrend sich manches Anwaltsb\u00fcro mit Eilantr\u00e4gen eine goldene Nase verdiente.<\/p>\n<p>Alle Institutionen gaben sich also gr\u00f6\u00dfte M\u00fche einem das Derby gr\u00fcndlich zu vermiesen und w\u00e4re die sportliche Situation nicht derart bedeutend gewesen, so h\u00e4tte man in der aktiven Fanszene sicherlich mit einem kompletten Boykott gelieb\u00e4ugelt anstatt Teil dieser Schmierenkom\u00f6die zu sein. Zumindest wollte man nicht als atmosph\u00e4rischer Dienstleister agieren, legte schon im Vorfeld alle Choreo-Arbeiten auf Eis und machte so zumindest optisch deutlich dass dies kein Derby unter normalen Umst\u00e4nden sein wird. Vielleicht war das f\u00fcr manchen Lilienfan nur schwer nachvollziehbar, doch sollten sich manche mal bewusst werden, dass unsere Arbeiten an Choreografien und jede weitere optische Unterst\u00fctzung kein Teil ihres Wochenend-Events sind, sondern dahinter auch ein gewisser Idealismus steckt. Dieser Idealismus ist die Grundlage f\u00fcr viele andere Facetten von Stimmung, Atomsph\u00e4re und Fankultur. Und wenn der DFB und die Sicherheitsorgane diese Ideale mit F\u00fc\u00dfen treten, werden wir nicht so tun als ob das alles v\u00f6llig in Ordnung w\u00e4re und die N\u00e4chte vor dem Spiel auf Knien rutschend in irgendwelchen Hallen verbringen, nur damit euch nicht ein Teil eures Events fehlt. Punkt.<\/p>\n<p>Stattdessen verbrachte man also die N\u00e4chte damit, sich auf Frankfurter Besuche bestm\u00f6glich vorzubereiten. Somit verlagerte sich die Rivalit\u00e4t in diesen Tagen dahin, wo der DFB sie hin verbannt hatte \u2013 auf die Stra\u00dfe. Auf dieser blieb es aber bis auf einen Vorfall am Dienstag verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ruhig. Ab Freitag richtete die hessische Polizei ohnehin ihr Basislager in unserer Innenstadt ein und g\u00e4ngelte vor lauter Langeweile ab und an Darmst\u00e4dter B\u00fcrger wegen Kleinigkeiten. Samstagmorgen begann f\u00fcr die aktive Fanszene dann an einem zentralen Treffpunkt. Von dort aus wollte man eigentlich zum Luisenplatz laufen, was einem aber \u00fcberraschenderweise von der Polizei nonverbal untersagt wurde. Da wir vielleicht asoziale Fu\u00dfballfans, aber keineswegs auf den Kopf gefallen sind, wurde eine spontane Demonstration \u201ezur Bewegungsfreiheit Darmst\u00e4dter B\u00fcrger\u201c angemeldet und sich in Kleingruppen auf dem Luisenplatz gesammelt. Bereits jetzt war eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl eintracht&#8217;ler anwesend, die durch das gekippte Innenstadt-Verbot nach Darmstadt gelockt wurden. Es waren aber kaum Mitglieder der organisiserten Fanszene, sondern das \u00fcbliche Publikum welches erst laut etwas von \u201etotschlagen\u201c singt und sich danach sehr leise bei den eingesetzten Beamten am sichersten f\u00fchlt. Unser Ziel war es nicht diesen Leuten ihr Recht auf eine vollkommen berechtigte Demonstration zu nehmen, sondern zu zeigen, dass sie in Darmstadt nicht widerstandslos tun und lassen k\u00f6nnen was sie wollen. Da sich dieses Vorhaben aber irgendwann nicht mehr mit dem geplanten Spielbesuch vereinbaren lie\u00df, ging es eine Stunde vor Spielbeginn zu Fu\u00df in Richtung B\u00f6lle und die frankfurter waren nun erst mal wieder unter sich.<\/p>\n<p>Am Stadion betrat man dann sehr schnell den Block da der Anpfiff sich n\u00e4herte und begann direkt mit der Anfeuerung der Mannschaft. Aus Protest gegen das DFB-Urteil wurde vorm Block und an der Gegengeraden das Spieltags-Motto \u201eAlles aus Frankfurt ist schei\u00dfe!\u201c mit den Logos der sge und des Verbands gezeigt. Leider blieb dieses nur auf unserer Seite durchg\u00e4ngig h\u00e4ngen, da einige Menschen auf der Geraden lieber ein gemaltes Banner abh\u00e4ngen als sich drei Stufen weiter nach oben zu stellen. Und dann wundert man sich, warum aktive Fans einen Hals auf einen Teil der \u201eneuen Publikum\u201c schieben&#8230;<\/p>\n<p>Daf\u00fcr war zumindest die Stimmung in diesem wichtigen Spiel in den ersten 45 Minuten sehr gut. Der Block riss immer mal wieder das gesamte Stadion mit und peitschte die Lilien nach vorne. Auch wenn es mit Gegner auf den R\u00e4ngen deutlich sch\u00f6ner gewesen w\u00e4re, so war die Unterst\u00fctzung der Mannschaft in dieser Phase des Spiels absolut top. W\u00e4re es doch nur immer so&#8230; Dazu kam der herrliche F\u00fchrungstreffer von Vrancic, der f\u00fcr einen wahren Freudentaumel sorgte. Die Lilien dominierten die eintracht nach belieben bis zur Pause. Kurz vor dem Halbzeitpfiff h\u00e4tte es eigentlich 2:0 oder h\u00f6her stehen m\u00fcssen, doch Sandro Wagner versagten am Punkt anscheinend die Nerven. So wichtig seine Treffer f\u00fcr uns in den letzten Spielen waren, so sehr treibt es uns Fans in den Wahnsinn, dass sein gesteigertes Selbstbewusstsein immer wieder bei Elfmetern und Interviews zu unklugen Entscheidungen f\u00fchrt. Es allein an Wagner festzumachen, was danach passierte, w\u00e4re allerdings verkehrt. Denn nach der Pause stellte die gesamte Mannschaft das gro\u00dfartige Spiel aus der ersten H\u00e4lfte ein und machte die eigentlich schon um Sterbehilfe flehende eintracht wieder stark. Und auch wir Fans gaben von Minute zu Minute weniger, machten mit bei der einkehrenden Lethargie und halfen dem Team nicht das Heft wieder in die Hand zu nehmen. Auch uns alle trifft eine Teilschuld an dieser Derby-Niederlage!<\/p>\n<p>Bei den beiden frankfurter Toren konnten sich so manche eingeschlichene Herren im C-Block und in der Nordkurve nicht zur\u00fcck halten. Sicherlich war allen klar, dass sich hier und da ein paar V\u00f6gel Karten klar machen w\u00fcrden. Wie aber gerade die Sponsoren ihre Kontingente anscheinend an irgendwelche Trottel weiter gegeben haben, ist schon eine echte Sauerei. Die folgenden Auseinandersetzungen gehen ganz klar auf die Kappe dieser Firmen und weiterer Menschen, die ihre Karte weiter verkauft haben. Und nat\u00fcrlich auch sie gehen auf das Konto des DFB, dessen Aussschluss-Regelung allersp\u00e4testens jetzt komplett am Ende war. Dass sich dieser Verband nun auch noch erdreistet gegen unseren Verein zu ermitteln, ist an moralischer Abgr\u00fcndigkeit gar nicht mehr zu unterbieten.<\/p>\n<p>Entt\u00e4uscht und voller Wut ging es nun f\u00fcr mehrere hundert Heiner zu Fu\u00df in Richtung Innenstadt wo es an manchen Stellen zu weiteren Auseinandersetzungen mit gro\u00dfm\u00e4uligen frankfurtern kam. Alles in allem hatte die Polizei aber das meiste im Griff und verhinderte f\u00fcr manchen eintracht&#8217;ler wohl Schlimmeres als ein paar Respektschellen. Als die Stadt dann irgendwann wieder nur noch von Behelmten und Einheimischen bev\u00f6lkert wurde, ging es in die heimischen vier W\u00e4nde wo man lange dar\u00fcber nachdachte, dass dieses Derby in vielen Punkten den Erwartungen nicht gerecht werden konnte. Die Schuldigen sollten sich f\u00fcr ein m\u00f6gliches erneutes Aufeinandertreffen gut \u00fcberlegen, ob sie den emotionalen Schwerpunkt solcher Spiele zuk\u00fcnftig nicht dort haben m\u00f6chten, wo er hingeh\u00f6rt: Im Stadion!<\/p>\n<p>Bilder findet ihr <a href=\"http:\/\/usualsuspects2006.de\">HIER<\/a><\/p>\n<p><strong>ALLES AUS FRANKFURT IST SCHEISSE!<br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Derby und das Drumherum in Worten zu beschreiben, f\u00e4llt auch noch mit ein paar Tagen Abstand unglaublich schwer. Seht es dem Autor also nach, wenn jetzt kein klassischer Spielbericht entsteht und die nachfolgenden Zeilen die ein oder andere subjektive Sichtweise beinhalten. 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