{"id":2340,"date":"2024-02-09T14:07:36","date_gmt":"2024-02-09T14:07:36","guid":{"rendered":"http:\/\/block1898.de\/?p=2340"},"modified":"2024-02-09T14:09:52","modified_gmt":"2024-02-09T14:09:52","slug":"stellungnahme-zum-dfl-statement","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/block1898.de\/?p=2340","title":{"rendered":"Stellungnahme zum DFL-Statement\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<p>Am gestrigen Donnerstag ver\u00f6ffentlichte die deutsche Fu\u00dfball Liga ein Statement mit dem Titel \u201eViele Chancen f\u00fcr die Clubs, keine Nachteile f\u00fcr die Fans\u201c. Fangen wir hier zun\u00e4chst mit dem Positiven an: Offensichtlich zeigen die Proteste Wirkung. Offenbar sah sich die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung gen\u00f6tigt, nach wochenlangem Schweigen dem Protest mit einer Stellungnahme den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ordentlich dazu beigetragen haben mit Sicherheit die \u00f6ffentlichen Forderungen einiger Clubvertreter nach einer weiteren Abstimmung. Die selbstherrliche Stellungnahme der DFL bietet dementsprechend auf unserer Seite mehr Grund zum Kopfsch\u00fctteln, als dass sie zur Beruhigung beitragen w\u00fcrde. Einige konkrete Aussagen wollen wir im Folgenden aufgreifen, schlie\u00dflich beweisen diese doch in welcher verkehrten Welt die Treiber hinter dem Deal umhergeistern.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u201eMitsprache durch Fans und Mitglieder in den Vereinen geh\u00f6ren wesentlich zum deutschen Fu\u00dfball\u201c\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin eine \u00fcberraschend positive Aussage, die das Mitspracherecht der Fans als wichtiges Gut des deutschen Fu\u00dfballs preist. \u00dcberraschend deswegen, da vor allem der Prozess rund um die Abstimmung zum Investoreneinstieg mal wieder gezeigt hat, wie wichtig der DFL die Meinungen der Fans und Mitglieder sind. Fakt ist, dass bei der Entscheidung hinsichtlich des Deals Meinungen der Fans ignoriert und bis zu den massiven Protesten der vergangenen Wochen auch nicht beachtet wurden. Dabei h\u00e4tte bereits nach den un\u00fcbersehbaren Einw\u00e4nden unsererseits im vergangenen Mai klar sein sollen, dass die Anh\u00e4ngerschaften einer Finanzierung durch Private-Equity-Investoren \u00e4u\u00dferst kritisch gegen\u00fcberstehen. Umso bezeichnender, dass die Einladung an Fanorganisationen auch erst Monate nach der illegitimen Abstimmung und den daraus resultierenden massiven Protesten erfolgte. Ein Gespr\u00e4ch auf Augenh\u00f6he, bei dem die M\u00f6glichkeit zu Kompromissen besteht, sieht definitiv anders aus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u201eDer deutsche Weg: 50+1\u201c\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was zu Beginn nur eine Vermutung darstellte, ist mittlerweile ein offenes Geheimnis. Durch die \u201eJa\u201c- Stimme von Martin Kind als Vertreter von Hannover 96 wurde klar entgegen der 50+1-Regel gehandelt. Sollte der DFL also, wie in ihrem Statement betont, der vermeintliche \u201edeutsche Weg\u201c wichtig sein, f\u00fchrt kein Weg an einer transparenten Neuabstimmung vorbei. Die Stimme von Hannover 96 muss hierbei gem\u00e4\u00df der Weisung des Muttervereins Hannover 96 e.V. von vornherein als \u201eNein\u201c gewertet werden. Leider ist das Bekenntnis zu 50+1 nur noch eine leere Worth\u00fclse, ausgeh\u00f6hlt von Sonderregelungen und dem fehlenden Willen der DFL ihrer W\u00e4chterfunktion \u00fcber die Einhaltung der Vorgaben nachzukommen. Das einzig existente \u201eHorrorszenario\u201c findet wohl aktuell in der Zentrale der DFL statt: Eine juristische \u00dcberpr\u00fcfung der Legitimation der Abstimmung zum Investoreneinstieg vom 11.12.2023!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs gibt keinen Einfluss eines Vermarktungspartners auf den sportlichen Wettbewerb, Ansto\u00dfzeiten oder Spielorte\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin findet sich hier eine inhaltliche Vertiefung der vielzitierten \u201eroten Linien\u201c, die der \u00d6ffentlichkeit bisher recht schwammig verk\u00fcndet wurden. Leider wird ein Teil der Realit\u00e4t bewusst verdreht. \u201eNachhaltig wirtschaftende Clubs\u201c sind wohl eher eine Wunschvorstellung \u2013 das Dr\u00e4ngen einiger auf Investitionen Externer verdeutlicht schon recht eindeutig, in welcher finanziellen Schieflage sich viele der Vereine befinden. Rote Linien z\u00e4hlen erst dann etwas, wenn diese dauerhaft und glaubw\u00fcrdig umgesetzt werden k\u00f6nnen. Weder wird einer der nun handelnden Protagonisten den Prozess \u00fcber die n\u00e4chsten zwanzig Jahre begleiten, noch wird der m\u00f6gliche Investor langfristig einer ausbleibenden Profitsch\u00f6pfung tatenlos zusehen. Immerhin geht es sowohl Blackstone wie auch CVC um reine Gewinnmaximierung, nicht um den Erhalt des basisorientierten Profifu\u00dfballs in Deutschland. Zum jetzigen Zeitpunkt wird bewusst vermieden \u00fcber eine m\u00f6gliche Aufsplittung der Spieltage zu&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>sprechen, doch wird gekonnt au\u00dfen vorgelassen, dass eine indirekte Einflussnahme zur Erwirtschaftung von beidseitig profitabler Gewinnerwirtschaftung die Vereine auf lange Sicht zu eben genau diesem Handeln zwingen wird. In Vorbereitung auf die Rechtevergabe ab der Saison 2025\/2026 wurde nicht umsonst eine Steigerung der fanunfreundlichen Ansto\u00dfzeit am Sonntagabend um 19:30 Uhr, unter dem Deckmantel der Ausweitung der internationalen Clubwettbewerbe beschlossen. Ein Blick nach Frankreich sollte reichen, um die M\u00f6glichkeiten der indirekten Einflussnahme, \u00fcbrigens ebenso durch den Investor CVC, zu verdeutlichen \u2013 selbst die dortigen Antikorruptionsbeh\u00f6rden ermitteln inzwischen wegen der Modalit\u00e4ten rund um den Einstieg. Dem schnellen Drang nach mehr Geld folgt oft die Notwendigkeit, mehr Ver\u00e4nderung zu wagen. Diese Ver\u00e4nderungen werden uns Stadiong\u00e4nger wie so oft am h\u00e4rtesten treffen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie DFL sieht eine falsche Kommerzialisierung\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was reflektiert und zun\u00e4chst beschwichtigend klingt, ist nicht mehr als hei\u00dfe Luft. W\u00e4hrend man die Kommerzialisierungsspirale auf dem R\u00fccken der Mitglieder der Vereine nahezu \u00fcberdreht, wird von einer einheitlichen europ\u00e4ischen Kaderkostenobergrenze geschwafelt. Blanker Hohn, sollte man doch hier zun\u00e4chst vor der eigenen Haust\u00fcr kehren. Die Annahme, man k\u00f6nne in den anderen europ\u00e4ischen Topligen das Rad zur\u00fcckdrehen, ist an Absurdit\u00e4t kaum noch zu \u00fcberbieten. Wer \u201eauf eine gesunde wirtschaftliche Weiterentwicklung setzt\u201c, sollte zun\u00e4chst den Wettbewerb in den eigenen Ligen fair gestalten. Dazu finden sich wiederholt keine nachvollziehbaren Ans\u00e4tze, was im Umkehrschluss erneut die Frage offenl\u00e4sst, wie relevant die W\u00fcnsche der Basis f\u00fcr die DFL und insbesondere deren Pr\u00e4sidium sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die thematisierten Aussagen lassen uns wiederholt mit einem d\u00fcsteren Gef\u00fchl in die Zukunft blicken. Eine ehrliche Aufarbeitung rund um die illegitime Abstimmung im vergangenen Dezember ist wiederholt verpasst worden. Stattdessen wird versucht das B\u00fcndnis der deutschen Fanszenen durch die Einladung zur Teilnahme an einer reinen Scheindebatte zum Schweigen zu bringen. Unsere Forderung nach einer transparenten Neuabstimmung ist seit Wochen bekannt, nicht einmal eine Erw\u00e4hnung war das der PR-Abteilung der DFL wert. Ein klares Zeichen an uns, wenn auch nett formuliert \u2013 ein Gespr\u00e4chsansatz auf Augenh\u00f6he scheint seitens der Verantwortungstr\u00e4ger nicht erw\u00fcnscht zu sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Seid euch bewusst: Die deutschen Fanszenen haben einen langen Atem! Eure leeren Worte werden unseren Widerstand gegen euer Vorhaben nicht brechen! Wir sehen uns am Wochenende in den Stadien der Republik!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Fanszenen Deutschlands im Februar 2024\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am gestrigen Donnerstag ver\u00f6ffentlichte die deutsche Fu\u00dfball Liga ein Statement mit dem Titel \u201eViele Chancen f\u00fcr die Clubs, keine Nachteile f\u00fcr die Fans\u201c. Fangen wir hier zun\u00e4chst mit dem Positiven an: Offensichtlich zeigen die Proteste Wirkung. 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